Wohnmobil, das Finish

Mit dem Bett schaut das Auto schon ziemlich fertig aus, aber es gibt noch viele, mehr oder weniger große Punkte, auf der ToDo Liste. Die Verkleidung der Hecktüren ist ein Punkt den ich mit einer gewissen Überwindung begonnen habe. Isolieren ist nicht mehr meine Lieblingsbeschäftigung aber notwendig. Ein kleiner Holzrahmen sorgt für die notwendige Distanz der im oberen Bereich mit Kunstleder bespannten Sperrholzplatten. Eigentlich wollte ich die Teile schnell und ohne Kinkerlitzchen machen, aber das habe ich doch nicht geschafft. Im Bettbereich gibt es in der Türe ein Fach für Zeitschriften oder Bücher die mit einem eleganten Gummizug gegen herausfallen gesichert werden. Im Garagenteil ist in jeder Türe ein Fach für Kleinzeug eingebaut. Erstaunlich ist wie sehr sich das Geräusche bei Türeschließen geändert hat, schon fast auf Mercedes Niveau. Die Schiebetürverkleidung habe ich wirklich ohne faxen geschafft, da ist jetzt nur ein kleiner Eingriff am hinteren Teil der Türe zum Zuziehen vorhanden. Irgendwie schaut eine weggeklappte Schiebetüre doch spannend aus.

Solange das Wetter noch mitspielt, es ist ja schon Oktober, muss ich noch einen sehr lästigen Teil erledigen: Es sind noch ein paar Kabel ins Armaturenbrett zu verlegen. Erstens möchte ich das Radio auf die Aufbaubatterie umhängen damit wir immer wegkommen und außerdem helfen Lautsprecher im Heck nichts solange sie nicht am Radio angeschlossen sind. Der dritte Punkt ist Stufe an der Schiebtüre die muss automatischen einfahren sobald die Zündung eingeschalten wird. Ich möchte ja nicht noch einmal mit ausgefahrener Stufe nach Wiener Neustadt fahren. Zusätzlich zur Automatik zeigt jetzt auch eine kleine Leuchtdiode im Armaturenbrett an, dass die Stufe draußen ist.

Die Garage soll auch noch schöner und praktischer werden. Die Tanks sollen hinter Klappen verschwinden aber bevor ich das machen kann muss ich noch die Winde versetzen. Es hat sich gezeigt, dass bei verladen der Adventure am allerletzten Stück die Winde genau so viel nach unten wie nach vorne zieht. Dagegen halten hilft aber das möchte ich nicht auf Dauer. Darum setzte ich die Wind nach oben in den Technikaufbau. Die Ecke wird noch ein wenig verstärkt aber das ist mit den Aluprofilen relativ simpel zu machen.

In der rechten hinteren Ecke der Garage war der Gasflaschenschrank geplant. Der wird in einem gasfreien Wohnmobil natürlich nicht benötigt und kann als Stauraum genutzt werden. Im oberen Teil habe ich zwei Schubladen eingebaut und den unteren Teil mit einer Türe verschlossen. Die Bodenöffnung habe ich gelassen, fall wir einen Campingkocher zum draußen kochen mitnehmen dann wird er dort transportiert.

Schön langsam geht mein Holzvorrat zur Neige, die letzten Stücke des Frontmaterials hebe ich mir für Blenden usw. auf. Für die Klappen leime ich auf eine Fläche Sperrholz mit der Lederoptik Sperrholzstreifen und verstärke sie so, nach dem trocknen säge ich sie auf Maß und lackiere die Kanten weiß. Das funktioniert recht gut, ist leicht und schaut gut aus. Mittlerweile habe ich auch den Bodenventilator mit einem sehr speziellen 3D Druckteil eingebaut, die Klappe hat natürlich den entsprechenden Ausschnitt bekommen.

Ein letztes aufwändiges Möbel ist noch zu machen, das Schwenkwaschbecken im Bad fehlt ja noch. Der erste Versuch das beschichtete 15mm Sperrholz mit gefühlten 100 Querschnitten rund zu bekommen scheitert, die Oberfläche bricht. Der zweite Versuch mit Schichten aus Lederoptik – Sperrholz (3mm) gelingt und schaut wirklich gut aus. Ich musste meine Gäste bisher immer darauf hinweisen, dass hier zwei unterschiedliche Materialien nebeneinander sitzen. Die Gelenksteile sind wie geplant aus Alu bzw. Kunststoff gedreht bzw. gefräst. Nur die Verriegelung des Waschbeckens ist gedruckt. Irgendwann habe ich bei KTM ST.Pölten einen KTM Duschvorhang erstanden, den habe ich auf meine Bedürfnisse umgebaut. Auf die neuen Masse zugeschnitten und mit einem eigentlich überdimensionierten Bleiband versehen. Damit kann sich der Duschvorhang nicht an der Haut anpicken.   

Ein Punkt den ich noch zu erledigen hatte war ein Zwischen Polster an der Sitzbank. Die massive Gurtsäule zwischen den Sitzen hat nach einer gemütlichen Verkleidung verlangt. Ein keilförmiger Zuschnitt aus Schaumstoff, etwas Kunstleder und Klettband und einige Stunden an der Nähmaschine haben der Sitzbank den letzten Schliff versehen.

An der Nähmaschine, ich habe mir die Gute von meiner Tochter geliehen, bin ich in der Folge viele Stunden gesessen um ein Spannleintuch in L Form und zwei Extrateilen am Kopf und Fußende zu nähen. Blöderweise habe ich gedacht es ist einfacher ein Spannleintuch umzuarbeiten, das war ganz sicher nicht der Fall so verzogen wie das schon von vorherein war. Mit der guten Nähmaschine im Keller habe ich auch gleich eine Tagendecke und ein wenig Zubehör genäht, dass meiner Eva so wichtig war. Und zwar Abdeckdecken für das Spannleintuch an Kopf und Fußende wenn das Bett oben und das Moped drinnen ist und Säcke für die Kopfpolster.

Ja und dann war es soweit, der Besuch beim TÜV!

Nachdem der Prüfingenieur festgestellt hatte, dass er so etwas noch nie bei ihnen war, hat die Prüfung begonnen. Letzten Endes waren alle E-Nummer gefunden und dokumentiert, und das Auto verwogen 3130kg (mit vollem Tank). Das Gutachten konnte ich mir ein paar Tage später abholen. Einen Riegel den die Herren beim TÜV zur Sicherung der Bankklappe vorgeschlagen hatten habe ich natürlich schnell nach gerüstet. Schließlich habe ich mir ja einen Termin zur Typisierung bei der Prüfstelle der NÖ.Landesregierung ausgemacht. „Dank“ Corona wurde der aber abgesagt. Unsere geplante Jungfernfahrt zu Stephan nach Bremen mussten wir auch im letzten Moment streichen – blödes Virus kein Mensch braucht dich!

Was soll man machen, Ok ich kann ja noch ein wenig weiter bauen. Die Klimaanlage findet ihren Platz unter der Küche. Habe ich schon erzählt, das Truma die Klimaanlagentype für die ich die Vorbereitung gemacht hatte aufgelassen hat? Nach einer schon etwas hektischen Suche im Web habe ich eine noch nie eingebaute, einige Jahre alte, Klimaanlage dieser Type aufgestöbert und erstanden. Naja eigentlich hat Eva sie erstanden, Glück gehabt!

Eva hat noch einmal zugeschlagen, Vorhänge gefallen ihr in Wohnmobilen nicht darum hat sie das Verdunkelungssystem von Dometic für ganz schön viel Geld gekauft, ich habe die Teile natürlich ganz schnell eingebaut. Mit diesen Teilen konnte ich auch ein letztes großes Projekt angehen und zwar die Konsole über der Windschutzscheibe. Ich wollte in der Mitte ein großes Fach für meine Kamera haben und links und rechts Fächer für Kleinzeug. Das ist auch gelungen wie üblich war es mehr Aufwand als gedacht.

Ein sicherheitstechnisches Feature musste ich auch noch zwischen Bett und Hecktüre einbauen und zwar ein Brett. Wenn das Bett unten ist, ist ein fast 20cm Spalt nach hinten, durch diesen Spalt könnte unsere Sophie durchfallen das darf nicht sein. Sophie hat das Bett getestet und für gut befunden. Das Fach in der Hecktüre ist nicht für Zeitschriften, sondern für Kinderbücher geeignet, das hat sie sofort festgestellt.

Beim letzten Conrad Besuch vor der Corona Sperre, habe ich mir noch schnell einen Raspberry PI4 gegönnt, man konnte ja nicht wissen wie lange man nicht wirklich raus darf. Mit diesem kleinen Computer und Software die ich mir geschrieben habe kann ich die Daten meines „Kraftwerks“ speichern, analysieren und anzeigen. So ganz ohne eigene Software wäre das Auto ja nicht wirklich komplett 😉

Jetzt heißt es warten, warten auf den neuen Termin für die Typisierung!