Opatija 2019

Unsere Frühlingstour ist heuer ein Familien-Event

Einleitung:

Unsere Frühlingstour 2019 wird ungewöhnlicher Weise an einem Sonntag starten, und das am Tag nach der Wallfahrt nach Mariazell. Diese Woche war eine der wenigen Möglichkeiten an denen Eva mitkommen konnte. Herbert muss am Muttertag zu Hause sein, ich möchte die Wallfahrt gehen, der Joschi kann am Tag nach der Wallfahrt nirgends hinfahren, die Christine hat gar keine Zeit, nur der Mario ist unkompliziert! Mit nur einer Woche Zeit ist Sardinien nicht möglich, so früh im Jahr können, wenn man Pech hat, alle Pässe noch gesperrt sein. Wenn es relativ nahe ist, dann kann der Joschi mit Julia und Sophie mit dem Auto nachfahren, natürlich nur dann wenn wir eine sternförmige Tour machen. Mit diesen Vorgaben habe ich mich auf die Suche gemacht und schließlich das Hotel Kristall in Opatija gefunden, das ausreichend Zimmer zum gewünschten Zeitraum für uns hat.
Von Opatija aus bietet sich die Küstenstraße, Istrien, Triest, aber auch die Inseln an. Damit das Timing für alle passt, fahren die Motorräder am Sonntag los und am Samstag heim, der Joschi mit seiner Familie um einen Tag versetzt. So war mein genialer Plan. Leider musste Tiny ein paar Tage vor unserer Abfahrt ins Krankenhaus, sie war zwar bald wieder zu Hause, aber Herbert konnte so nicht ruhigen Gewissens mitfahren und hat leider absagen müssen. Schade! Es gibt einen zweiten Punkt der meine Vorfreude
dämpft , den Wetterbericht: Ein einziger Tag mit wenig Sonnenschein und sonst nur trüb, kalt und regnerisch lautet die Vorhersage für Opatija und den Weg dorthin.

Tag 1, die Anreise

Sonntag 5.Mai 2019

Wir stehen recht früh, und gut aus geschlafen auf. Das Früh ist wohl eine Nachwirkung der Wallfahrt, mir ist das ganz recht, denn ich bin mit dem Packen noch nicht fertig. Bei leichtem Regen mache ich das Motorrad fertig. Gegen 9:00 setzen wir uns, dick eingepackt, bei rund 4°C aufs Motorrad. Das neue Federbein spinnt wieder und lässt sich nicht auf die volle Beladung umstellen. Eine einzige Halbtagestour mit einem Motorrad ohne Fehler, liegt es an mir, am Motorrad, an der Werkstätte, an der Marke – böse Gedanken kommen in mir hoch. Wir fahren Autobahn, den Wechsel hinauf, die Temperatur sinkt weiter und langsam wird aus dem Regen immer mehr Schnee. Dichtes Schneetreiben, ich muss dauernd das Visier abwischen, es pickt sofort wieder eine Zentimeter dicke Schneeschicht drauf. Hoffentlich bleibt der Schnee nicht auch noch auf der Straße liegen! Wir fahren im Mai
durchs Winterwunderland, ok leider ohne Sonne! Ich freue mich über 0°C, ja es wird wieder „wärmer“ vorhin hatte es -1,5°C. Jetzt wird es langsam besser und bei der Raststation Pinkafeld hört der Schnee / Regen auf. Bei Ilz haben wir uns mit Mario an der Tankstelle verabredet, ein paar Minuten nach uns ist er da und wir können gemütlich Kaffee trinken. Bei Gralla bleiben wir stehen um Vignetten für Slowenien zu kaufen und treffen dort zufällig Luki, der mit seiner Freundin und seinem neuen Driftauto auf dem Weg zu einer Veranstaltung in Slowenien ist. Wir durchqueren Slowenien auf der Autobahn und freuen uns über 8°C an der Grenze zu Kroatien. Von der Grenze ist es nicht mehr weit bis Opatija, einen Kilometer vor dem Hotel ist die Straße gesperrt und wir müssen einen ziemlichen Umweg fahren. Übrigens das Federbein funktioniert wieder, dem war es wohl zu kalt! Schließlich kommen wir am Hotel an, die Zimmer sind schön, die ussicht auch. Gut der Himmel ist trüb, aber es zeigen sich auch schon ein paar helle Flecken. Das Abendessen ist ein reichhaltiges Buffet, es ist zu Umfangreich – ich kann nicht alles essen!

Tag 2, Inselhopping

Montag 6.Mai 2019
Das Frühstück hat ungefähr den gleichen Umfang wie das Abendessen, ein riesen Buffet wirklich gut zubereitet, alles da! Bevor wir losfahren, machen wir einen Spaziergang in Opatija, es ist deutlich wärmer als gestern!

Am späten Vormittag brechen wir auf, wir haben uns ja nur meine kleine 160km Runde Rijeka – Krk –Cres – Opatija vorgenommen. In Rijeka ist nur wenig Verkehr, wir kommen gut durch. Es ist schon erstaunlich wie ähnlich Triest und Rijeka sind, es liegt wohl an der Bedeutung in der Monarchie. An der Brücke nach Krk zahlen wir Maut, ich bin froh, dass heute kaum Wind ist.
Bald nach der Brücke zweigt meine Route von der Hauptstraße ab, ich genieße die kleine Straße und ich freue mich auch über die Ziegen die da in aller Ruhe fressen. Wir machen Rast in einem kleinen Kaffee, an ein Mittagessen ist nach dem Frühstück nicht zu denken.

Wir durchqueren die Insel und kommen am Fährhafen an – zu spät, die Fähre ist vor 9 Minuten gefahren und die Nächste fährt erst in 1,5Stunden. Es fängt ein wenig zu regnen an – Eva ist sauer! Es gibt ein Lokal, da gönnen wir uns Kaffee und ich auch ein Stück Kuchen. Es werden mehr Autos, alle
stellen sich in der ersten Spur an. Unsere Mopeds stehen als einzige in der dritten Spur! Eva macht sich Sorgen dass wir nicht auf die Fähren kommen, wir stehen ja erst in der dritten Spur! Die 1,5Stunden sind vorbei, die Fähre ist da und wir fahren natürlich als erste auf das Schiff. Eva ist beruhigt, der
Regen hat auch wieder aufgehört, alles gut. Die halbleere Fähre braucht ungefähr eine halbe Stunde nach Cres.

Cres ist cool, wir düsen einen kleinen Berg hinauf, biegen dann links ab und erreichen den Ort Cres. Wir schauen uns ein wenig um, während Mario ein Bedürfnis hat und dabei in einer Spelunke landet. Am Weg zurück genießen wir die Landschaft, aber auch die kleine Straße, die uns zum nächsten
Fährhafen bringt. Da unten fährt gerade ein Schiff los! Genau, das war unsere Fähre, wir dürfen wieder eine Stunde warten. Eva ist sauer. Die Kinder sind schon im „Endanflug“. Ich nutze die Zeit für ein paar fotografische Experimente. Mario besteht auf einem Foto mit ihm und Meerwasser, beinahe wäre das zu viel Meerwasser geworden. Diesmal hat Eva keine Sorgen, ob wir auf das Schiff kommen, da gibt es nur eine Spur und wir stehen hinter dem Schranken. Natürlich ist auch diese Fähre gekommen, wir kennen schon unseren Platz. Den Fahrer des T6 habe ich gefragt: „Ja der fährt tatsächlich so gut wie er aussieht“ war seine Antwort. Die letzten 30 Kilometer zurück nach Opatija sind wir schön flott gedüst, wir wollen ja die junge Familie sehen.

Beim Abendbuffet bekommen wir wieder einen Tisch im Extrasaal, da ist es
wesentlich ruhiger. Man glaubt gar nicht welchen Stress Pensionisten haben wenn es ums Essen geht. Nein ich rede nicht vom Mario! Sophie begleitet mich ans Buffet und hilft mir bei der Auswahl!

Tag 3, Istrien

Dienstag 7.Mai 2019

Die blauen Flecken am Himmel werde wieder mehr! Heute steht Motovun, Rovinj und Pula am Programm. Istrien mit so vielen Grüntönen bin ich gar nicht gewöhnt. Gegen 13h erreichen wir Motovun, eine kleine alte Stadt auf einem Hügel, danke Fuad für den Tipp. Die Stadt ganz oben erinnert mich ein wenig an die Toskana. Der Himmel zeigt schon recht viel blau, damit kann ich mir ein Eis bestellen. Mario ist auf der Suche nach einer Trafik, es gibt keine. Die Kellnerin gibt mir dann die Auskunft wo es da Zigaretten
gibt – richtig bei der Post! Es gibt auch dort keinen Hinweis auf Tschik, aber wenn man fragt, dann zeigt der Beamte auf seine Tabelle mit der Auswahl von 6 Zigarettensorten. Eva und ich haben heute unseren 36ten Hochzeitstag, zum Glück finden wir etwas in einem kleinen Geschäft. Dort finden wir auch gleich etwas für Mausi und Julia: Lokales Olivenöl mit einer schwarzen Trüffel drinnen. Nach Rovinj war es gar nicht mehr so weit, es ist schon wirklich schön, wenn die Sonne im Meer glitzert. Wir lassen Pula aus, ist Evas Wunsch. Über Plomin fahren wir zurück, den größten Teil der Strecke, die jetzt kommt, kennen wir ja von gestern: Düsen ist angesagt! Wir kommen rechtzeitig zum Abendessen an.

da geht es weiter