Wohnmobil, es wird etwas fertig!

Den Sommerurlaub dieses Jahr habe ich zum großen Teil mit meinem Wohnmobilausbau verbracht. Der erste wirklich große Punkt ist die Montage der Solaranlage. Ich habe mich ja für normale Solar Module und gegen flexible Module entschieden einfach weil der zusätzliche Aufwand für flexible Module erheblich ist. Damit solche Module etwas aushalten müssen sie flächig verklebt werden und das heißt am Ducato 6cm auffüttern, 7cm Dach, 6cm auffüttern usw. der Aufwand ist erheblich und der Gewichtsvorteil verringert sich. Wie ein solches Modul im Fehlerfall zu entfernen ist möchte ich mir gar nicht vorstellen.

Ich habe meine drei Module an zwei 3,2 Meter langen Aluwinkel, die ich in Wagenfarbe lackiert habe, montiert. Diese Winkel habe ich präzise nach den Vorgaben von Sika mit drei Kartuschen Kleber verklebt, zusätzlich verriegeln die originalen Befestigungspunkte am Dach die Winkel. Zur Vorbereitung musste ich die Fläche zum größten Teil bis aufs Blech oder zumindest auf die Grundierung runter zu schleifen, das tut wirklich in der Seele weh. Die beiden großen 150Wp Module habe ich mehr oder weniger direkt zwischen den Längswinkel montiert. Zusätzlich brauchte ich zwei U Schienen mit denen ich das kürzere 80Wp Modul befestigen konnte. Damit ich diese Schienen an den Längswinkel montiert konnte, brauchte ich einige Alublöcke die ich mir mit meiner dicken Fräse hergestellt habe. Die Kabel führe ich in einem Alu Rohr das innen mit einem Kunststoff Rohr isoliert ist. Blöderweise habe ich den linken Winkel nicht genau lotrecht verklebt, dadurch habe ich dann meine Alublöcke mühsam nacharbeiten müssen. Am Ende ist die Solaranlage ordentlich montiert und schaut gut aus. Ich bin schon gespannt wieviel Leistung sie wirklich bringt, aber dazu muss ich erst den Solarregler und die Batterie anschließen.

Um den zweiten Teil der Badzimmerwände montieren zu können sollten die Badezimmermöbel fertig sein. Also habe ich mich ans Werk gemacht. Der Zuschnitt der vielen zu größten Teil recht kleinen Platten hat zwar einen ganzen Tag gedauert, aber es hat für Bastelkeller Verhältnisse ausgezeichnet geklappt. Für das Aufleimen der 2mm ABS Kanten habe ich ja vor einigen Monaten 10 Kantenzwingen ersteigt, das hat sich jetzt wirklich ausgezahlt. Das Planfräsen der Kanten mit meiner neuen Festool Kantenfräse hat wirklich gut funktioniert, einmal mit der Ziehklinge drüber ziehen und die Kante ist perfekt. Natürlich hat das auch eine Weile gedauert, aber es zählt ja das Ergebnis und damit bin ich sehr zufrieden. Das Verleimen der Teile war zum Teil durchaus komplex, für den untersten Teil habe ich drei Leim Durchgänge gebraucht.

Der Urlaub war wie immer schnell vorbei aber auch danach ist einiges weiter gegangen. Der nächste Schritt war der Überkopfstauraum, naja wie soll man sonst zu dem Kasten über dem Fahrerhaus sagen? Die Herausforderung bei diesem Teil war das finden und herstellen der Montagepunkte. Zum Windschutzscheibenrahmen hin habe ich 3 Blechwinkel mit Einpressmuttern befestigt und danach Einschlagmuttern in die Grundplatte des Kastens montiert. Das Verleimen der Kanten war, abgesehen von den Innenkanten, schon Routine. Dieses Mal habe ich auch das Verrunden der Kanten ausprobiert, das gibt eine tolle Haptik! Damit ist die Entscheidung gefallen: Der Korpus wird plangefräst, die Türen verrundet! Den Querholm habe ich mit Sperrholzstaffeln aufgefüttert und anschließend mit einer Lage 9mm Armaflex und darüber Kunstleder verkleidet. Das Verkleiden angrenzenden Bereiche mit Kunstleder war recht Zeitaufwändig – es schaut aber gut aus.

Vom Einbau selbst gibt es keine Fotos, da habe ich so schon oft eine Hand zu wenig. Die Badezimmermöbel und den zweiten Teil der Badzimmerwände einzubauen war bis zu einem gewissen Grad spannend hat aber recht gut geklappt. Besonders beim Überkopfkastl hat mir Eva geholfen den recht großen Schrank immer wieder einzufädeln. Dieser Kasten ist jetzt nicht nur an den Blechen zum Windschutzscheibenrahmen abgestützt, sondern auch am Querholm und rechts an einem Befestigungspunkt verschraubt, sondern auch noch mit keilförmigen Distanzen an den Leisten am Dach befestigt. Das Teil hält bomben fest! Zeitgerecht sind auch die Bänder und Push Locks gekommen, damit konnte ich die Türen fertigmachen und montieren.

Schön wenn etwas wirklich fertig ist!